Kurz erklärt: die Begriffe, die bei Ziegelfassade, Klinker und Dämmung immer wieder fallen. Die Zahlen stammen aus den Quellen, die in unseren Beiträgen verlinkt sind.
Glossar
- Amortisation
- Zeitraum, nach dem die eingesparten Heizkosten die Investition ausgeglichen haben. Die Verbraucherzentrale rechnet für eine ungedämmte Ziegelmauer mit ungefähr 14 bis 15 Jahren, bei ohnehin fälliger Sanierung mit etwa acht Jahren; beides hängt an den dort getroffenen Annahmen.
- BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude)
- Förderprogramm des Bundes. Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, also auch die Dämmung von Außenwänden, bezuschusst das BAFA mit einem Grundfördersatz von 15 Prozent.
- Dämmbeschichtung
- Dünne Schicht, die nach Datenblattangabe den Wärmeübergang an der Oberfläche verändert, statt eine Dämmstoffdicke aufzubauen. Die Messungen auf pscoat.de/messungen zeigen am Beispielhaus von 1890 einen Rückgang des Wärmebedarfs von rund 40.000 auf unter 15.000 kWh; Eignung und Optik sind vorab an einer Musterfläche zu klären.
- Endoskopie
- Blick durch eine kleine Bohrung in den Hohlraum einer Wand. Sie zeigt, ob eine Luftschicht durchgehend und trocken ist, und gehört vor jede Kerndämmung.
- Energieeffizienz-Experte
- Fachleute, die für die BAFA-Förderung eingebunden werden müssen. Verzeichnisse führt die dena unter energie-effizienz-experten.de.
- Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)
- Neuer Name des früheren Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Die Anforderungen an Bestandsbauten bei Änderungen stehen in § 36 und Anlage 7.
- Hartbrandklinker
- Sehr dicht gebrannter Klinker. Als dampfdichte Vorsatzschale rät die Verbraucherzentrale NRW hier von einer späteren Kerndämmung ab.
- iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
- Schrittfolge für die Sanierung eines Gebäudes, erstellt von einem Energieberater. Sie ist nach BAFA-Darstellung nicht bindend, kann aber einen Bonus von 5 Prozent auf die Förderung auslösen, sobald das förderfähige Volumen 30.000 Euro übersteigt.
- Kapillaraktiv
- Eigenschaft von Dämmstoffen wie Calciumsilikatplatten, Feuchte aufzunehmen und wieder abzugeben. Sie verhindert Tauwasser hinter einer Innendämmung ohne Dampfsperre.
- Kerndämmung
- Dämmung des Hohlraums einer zweischaligen Wand. Der Dämmstoff wird durch Öffnungen in der Außenschale eingeblasen und verdichtet.
- Luftschicht
- Hohlraum zwischen Innenschale und vorgemauerter Außenschale. Für eine Kerndämmung nennt co2online mindestens vier Zentimeter nutzbaren Platz.
- Schlagregen
- Regen, der vom Wind gegen die Fassade gedrückt wird. Eine intakte, regendichte Außenschale ist Voraussetzung für die Kerndämmung; die Lage des Hauses spielt eine Rolle.
- Sichtmauerwerk
- Einschalige, massive Wand, deren Ziegel selbst die sichtbare Fläche bilden. Ohne Hohlraum scheidet die Kerndämmung aus.
- Tauwasser
- Wasser, das ausfällt, wenn warme, feuchte Raumluft an einer kalten Fläche abkühlt. Hinter einer Innendämmung ist es das zentrale Risiko.
- U-Wert
- Wärmedurchgangskoeffizient in W/(m²·K): Je kleiner, desto weniger Wärme geht durch das Bauteil. Anlage 7 des GModG nennt für Außenwände von Wohngebäuden 0,24 W/(m²·K).
- Verblendmauerwerk
- Vorgemauerte Außenschale aus Klinker oder Verblendstein vor der tragenden Innenschale. Sie schützt die Wand und bestimmt die Ansicht.
- Vorgehängte hinterlüftete Fassade
- Bekleidung auf einer Unterkonstruktion mit Luftspalt vor der Dämmung. Nach co2online die teuerste der Außenlösungen, sie ersetzt die Ansicht.
- WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
- Dämmplatten mit Armierung und Putz auf der Außenwand. Der Dämmstoff selbst macht laut Verbraucherzentrale NRW nur etwa ein Viertel der Gesamtkosten aus.
- Wärmebrücke
- Stelle, an der Wärme schneller nach außen fließt als in der übrigen Wand, etwa an Anschlüssen. Bei der Innendämmung ein typisches Problem.